
Sapiens Production
Ein Dokumentarfilm in Spielfilmlänge von Antonio Manco · 87' · Veröffentlichung 2027
Logline
Mit der Autorin Giuseppina Togni durch das Verzascatal: Der Film erkundet, wie eine umstrittene Familienlegende bis heute weiterlebt – in Archiven, Gesichtern, Landschaften und im Schweigen.
Synopsis
Giuseppina Togni kehrt ins Verzascatal zurück, um sich einer jahrhundertealten Familienlegende zu stellen: der Geschichte von Sebastiano De Rubeis, dem Roten Priester, von dem sie selbst abstammt. In Begegnungen mit den Menschen des Tals – Bäuerinnen und Bauern, Nachfahren, Hüterinnen von Kirchen und Archiven – erkundet der Film, wie diese umstrittene Figur bis heute weiterlebt: in Körpern, Orten und im Schweigen. Die Illustrationen rekonstruieren die Vergangenheit nicht, sie machen ihre Lücken sichtbar. Eine Reise in das Erbe, in die Erinnerung einer Gemeinschaft und in den Mut, auf eine Herkunft zu blicken, die nie ganz verschwunden ist.
Ein Bauer, der seine Kühe am Klang ihrer Glocken erkennt. Eine Sakristanin, die noch immer die Glocken läutet, die schon ihre Eltern läuteten. Der letzte ansässige Pfarrer des Tals. Rothaarige Kinder, die die Legende tragen, ohne danach gefragt zu haben. Gemeinsam schliessen sie die Geschichte nicht ab – sie halten sie lebendig.


Sebastiano De Rubeis zeigt nie sein Gesicht. Seine Geschichte taucht nur in Fragmenten auf, in Illustrationen von Hannes Binder: Gesten, Schatten, fehlende Seiten. Sie erscheinen nur, wenn die Gegenwart einen Durchgang zur Vergangenheit öffnet – nicht um die Lücken zu füllen, sondern um sie zu zeigen.

Regienotiz
Je länger ich im Tal drehte, desto klarer wurde es: Das Herz dieses Films ist nicht der Versuch, Sebastiano zu rekonstruieren, sondern das, was heute von ihm bleibt. Giuseppina ist seine lebendige Mitte – eine Wissenschaftlerin, die sich der Vergangenheit über Dokumente nähert, und eine Nachfahrin, die entdeckt, dass Herkunft auch in Gesten, Erzählungen und Menschen weitergetragen wird. Ich möchte das Verzascatal nicht als Postkarte filmen, sondern als lebendiges Archiv: Steine, Wege, Kirchen, verlassene Häuser, Familiennamen. Keine Enthüllungen, kein Skandal – ein geduldiger, beobachtender Film, gebaut auf Begegnungen und Stille. Jede Gemeinschaft erbt unvollständige und unbequeme Geschichten. Dieser Film fragt, wie man sie ansieht, ohne sie zu vereinfachen.
— Antonio Manco






Giuseppina Togni hat die Geschichte von Sebastiano De Rubeis auch in ihrem Buch «Il prete rosso» (Armando Dadò Editore, 2012) erzählt.







